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Deutsche Kleinbootmeisterschaft Krefeld 2017

Am Donnerstag starteten wir mit Bus und Bootshänger in Richtung Westen und nach "nur" 7,5h auf der Autobahn erreichten wir den Elfrather See und konnten den Austragungsort für die diesjährige Deutsche Meisterschaft in Augenschein nehmen. Das Wetter war deutlich besser als bei uns, da wir bei 0 Grad gestartet waren und bei 12 Grad und Sonnenschein ankamen und die Windbedingungen waren auch sehr angenehm. Als wir uns dann ein Plätzchen für die Boote gesucht hatten und sie ruderfertig hatten, begaben wir uns für das erste Training aufs Wasser.

Heute startet dann die Regatta mit dem Vorlauf. Ich werde im zweiten Vorlauf um 17:20 Uhr sein, da bei der Langstrecke der zweite Platz zu Buche stand und die Läufe danach gesetzt werden. Die Gegnerschaft werden im Laufe des Tages erfahren.

https://www.rudern.de/news/2017/dkbm-live-auf-rudernde

Unter dem folgenden Link lassen sich die Rennen live verfolgen... Viel Spaß damit und ein schönes Wochenende!

Erstellt von Tim Grohmann am 21.04.2017 um 09:06 Uhr.


Langstrecke Leipzig

Ein 5. und ein 2. Platz stehen am Samstag und Sonntag zu Buche. Scheint eigentlich alles normal, aber irgendwie war es doch verkehrte Welt. Denn auf dem Ergo, wo ich sonst immer sehr weit vorn platziert bin, waren dieses Jahr vier Sportler schneller und ich bleib mit 5:52min über die virtuelle 2000m Strecke doch hinter den Erwartungen. Den Nachmittag verbrachten wir dann im Kreise der Trainingsgruppe zuerst auf dem Kanal beim Ausrudern und im Anschluss genossen wir noch kurz das tolle Wetter am Schladitzer See. Zum Glück war jedoch nicht genügend Wind zum Windsurfen... Nach dem gemeinsamen Abendessen beim angestammten Italiener fielen wir dann auch schon ins Bett in freudiger Erwartung der Langstrecke am nächsten Morgen.

Es sollte ein wenig anders verlaufen als sonst... gesetzt war ich an 3.Position nach Hans Gruhne und Jason Osborne und vor Tim- Ole Naske. Ich hatte gewisse Bedenken auch noch vor TOle, wie er genannt wird, anzukommen. Hans Gruhne meldete ab und so ging es für mich an zweiter Position an den Start. Es ging eigentlich ganz gut los und ich fand recht zügig einen vernünftigen Rhythmus und wollte mich bei meiner "Standardzeit" von knapp unter 23min einpegeln, was so 3:50min pro Kilometer bedeutet. Die zweiten 1000m passte das auch mit 3:46min ganz gut aber danach lief es sehr viel besser als erwartet und ich konnte flüssig weiterfahren. Als ich an der ersten Zwischenzeit nur 3 Sekunden hinter Osborne war, motivierte das umso mehr und die 3:46min blieb meine langsamste Zeit des Tages. Nach 4km hatte ich einen kurzen Hänger, da meine Zeit unter 23min locker möglich war und das der Zeitraum der größten Belastung ist. Der Abstand zu TOle wurde eher wieder ein bisschen größer, sodass ich einfach weiterfuhr und am Ende mit der Bestzeit über die Linie ging und mit 22:13min war ich mehr als zufrieden. TOle war nur 7 Sekunden schneller als ich und da hoffte ich schon, dass es ein ganz gutes Ergebnis werden würde. Am Ende stand der unerwartete zweite Platz zu Buche aber hinter mir wurde es auch recht eng, denn vier oder fünf Sportler hatten nahezu dieselbe Zeit.

Es war ein doch sehr versöhnliches Wochenende und ließ definitiv hoffen auf die Meisterschaft!

Aber wie es so ist, kommt es immer anders... Am Montag schleppte ich mich dann doch noch zum Fußball und es kam, wie es kommen musste, ich endete in der Notaufnahme. Wie auch sonst, wenn es schon mal gut läuft!? Diagnose, nichts gebrochen, Band "nur" überdehnt, zwei Wochen kein Sport- Top! Oder auch nicht...

Den Dienstag verbrachte ich letztendlich zu Hause mit einem kurzen Stop beim Sportmediziner meines Vertrauens, der dann letztendlich auch wieder ein bisschen Hoffnung aufkeimen ließ. Der Mittwoch war auch noch recht ruhig mit Uni und Bundeswehrarzt und am Abend bewegte ich mich im Kraftraum und locker auf dem Ergo, was auch gut möglich war. Am Freitag konnte ich das erste Mal wieder Rudern und jetzt schmerzt der Fuß zwar noch bei jeder Berührung aber Rudern ist mehr oder weniger problemlos möglich.

Erstellt von Tim Grohmann am 14.04.2017 um 14:50 Uhr.


Trainingslager Aserbaidschan

Das Trainingslager fand heute seinen Abschluss mit der letzten Belastung und nun heißt es nur noch Koffer packen und gegen Abend dann ab nach Baku und in die Heimat.

Wir verlassen Mingecevir sicherlich auch ein bisschen wehmütig, da uns wirklich ein außerordentlich schöner Aufenthalt gewährt wurde und alles getan wurde, damit wir uns wohl fühlen. Was auch definitiv gelungen ist.

Trainiert haben wir sehr vernünftig und in den zwei Wochen einiges an Kilometern absolvieren können. Dabei bewegten wir uns zwar zu großen Teilen im Einer aber auch im Zweier und auf dem Ergometer, da in Leipzig auch die körperliche Leistungsfähigkeit auf dem Rudersimulator abgeprüft wird. Ich denke, wenn denn die Erholung irgendwann einsetzt, bin ich auch gut vorbereitet und kann ruhigen Gewissens in den ersten entscheidenden Wettkampf der Saison gehen. Die Wertigkeit ist sicherlich gering. Einzig der Ergotest wird für die weitere Nominierung von Bedeutung sein aber das Ergebnis der Langstrecke ist entscheidend für die Setzung der Vorläufe bei der Kleinbootmeisterschaft und sicherlich auch eine kleine Überprüfung der Wirksamkeit des Wintertrainings.

Das Trainingslager hier war auf jeden Fall mit das Beste aber sicherlich das Effektivste was ich je gemacht habe und es würde mich freuen, wenn ich wieder einmal hier trainieren könnte aber das ist ja immer von mehreren Faktoren abhängig und lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer sagen.

Erstellt von Tim Grohmann am 24.03.2017 um 09:09 Uhr.


Aufbruch in neue Gefilde

Seit über einer Woche sind wir nun schon hier in Mingecevir und jeder der sich fragt, wo Aserbaidschan eigentlich liegt und wie man dazu kommt hier zu trainieren, dem geht es genauso wie mir...

Letztes Jahr waren schon die Dresdner U23- Sportler und die Junioren zum Training hier vor Ort aber ich wollte mich einfach mal überraschen lassen, da sich meine allgemeine Begeisterung doch eher in Grenzen hielt.

Der Flug dauerte um die 6h und die Reise ging nach Baku, was wahrscheinlich im Normalfall eher ein Begriff ist. Dort war unsere Fahrt jedoch leider noch nicht beendet und es ging in den Bus. Kofferraum war zu vernachlässigen und so wurde kurzerhand eine Sitzbank umfunktioniert und die Koffer platziert- eine Vollbremsung wäre sicherlich ungünstig gewesen aber danach fanden auf den verbliebenen zehn Plätzen alle genügend Platz. Nach vier Stunden auf einer schnurgeraden Autobahn erreichten wir dann doch etwas gerädert das Hotel. Der erste Eindruck war definitiv positiv.

Da wir erst nach Mitternacht angekommen sind, hieß es am nächsten Morgen ausschlafen, gemütlich frühstücken und dann die Boote einstellen. Boote konnten wir leider keine mitnehmen aber es ist eine gute Flotte Empacher vor Ort, sodass keiner große Einschränkungen hinnehmen muss.

Der Junioren- Trainer, Herr Hauffe, war hier in Aserbaidschan jahrelang Cheftrainer und hat die einzigartige Anlage mit aufgebaut, kannte sich deswegen aus und konnte uns alles vermitteln. Der normale Transport in ein Wassertrainingslager nach Italien, Spanien oder Portugal wäre nur mit mindestens genauso viel Aufwand möglich gewesen und dann wären die Bedingungen vor Ort bei weitem nicht so gut gewesen.

Wir stellten also unsere Boote vernünftig ein, was auch um die drei Stunden in Anspruch nahm und drehten eine kleine Runde auf dem Flüßchen, um zu testen ob das Eingestellte auch den Vorstellungen entspricht. Am Abend stand dann nur noch ein lockeres Fußballspiel auf dem Programm und das Trainingslager startete richtig am zweiten Tag. Wie gesagt sind die Bedingungen perfekt. Vergleichbar mit Rabenberg, nur mit 4*- Hotel, sehr gutem Essen und tollem Ruderrevier. Der normale Tagesablauf ist: 06:40 Uhr: Imbiss 07:00 UHr: Rudern/ Kraft 09:30 Uhr: Frühstück 11:00 Uhr: Spiel/ Schwimmen/ Gymnastik 12:30 Uhr: Mittag 15:00 UHr: Kaffee und Kuchen 15:30 Uhr: Rudern 18:00 UHr: Schwimmen und Sauna 19:30 Uhr: Abendessen

Der Trainingskomplex ist Wahnsinn. Vom Hotel sprach ich schon. Mehrere Bootshallen, Ergometerraum, zwei Krafträume, eine 50m- Schwimmhalle, eine riesige Turnhalle, Wäscherei und zusätzliche Waschmaschinen, Tischtennis, Tennis, Sauna, Massage. Normalerweise muss man im Trainingslager an vielen Stellen Kompromisse eingehen, das fällt hier völlig weg. Der Kraftraum ist perfekt ausgestattet und wir können mindestens so gut wie zu Hause trainieren. Wem der Sinn nach Sauna am Abend steht, der kann sich in einer der drei Saunen vergnügen oder auch die Regeneration durch Massage beschleunigen. Die Leute sind sehr freundlich, auch wenn die Kommunikation ohne Russisch sehr schwierig ist aber vor allem die jungen Leute sprechen auch gutes Englisch. Einladungen zum Essen, Tee oder gemeinsamen Aktivitäten sind keine Seltenheit. Ich bin definitiv begeistert von den Örtlichkeiten.

Das Training läuft auch nicht schlecht, was es jedoch wert ist? Das wissen wir wohl erst in zwei Wochen bei der Langstrecke bzw. Ende April bei der Kleinbootmeisterschaft in Krefeld. Ich denke so offen wie dieses Jahr war es schon lange nicht mehr. Aber ich bin gut vorbereitet und freue mich auf die anstehenden Herausforderungen.

Erstellt von Tim Grohmann am 19.03.2017 um 06:08 Uhr.


Deutsche Ergometermeisterschaft 2017 Essen- Kettwig

Am Sonntag war es nun so weit. Es ging wieder los im Theodor- Heuss- Gymnasium in Essen- Kettwig. Deutschlanda angesagtestem Ergotempel, wie es immer so schön heißt. Zweimal durfte ich dort schon starten und beide Male war es recht erfolgreich.

Ich hatte mich in der Woche gut erholt vom Trainingslager Rabenberg in der zweiten und dritten Januarwoche des Jahres. Dort absolvierten wir mehr als 70 Stunden Training auf dem Ergo, beim Schwimmen, auf Skiern und mit dem Ball. Dementsprechend hoch war die Erschöpfung. Nichtsdestotrotz habe ich mich sehr auf die Meisterschaft in Essen gefreut, auch wenn neben mir kein weiterer A- Senior gemeldet hatte, z.B. aus dem Kreise der Nationalmannschaft. Aber das muss das Niveau ja nicht unbedingt sinken lassen, wie ich im Finale feststellen durfte.

Jule war meine moralische Unterstützung und wir starteten am Samstag in Richtung Westen, mit einem kleinen Umweg über Hannover, um für wärmere Tage in den kommenden Wochen bei ausgiebigen Spaziergängen gewappnet zu sein. Am Abend landeten wir dann beim Hotel Landhaus Knappmann in Essen- Kettwig und wurden sehr freundlich mit Schokolade, Getränk und dem besten Zimmer des Hauses empfangen, das war schon eine kleine Überraschung und dafür möchte ich Boris Orlowski von boat-events natürlich auch herzlich danken! Das Zimmer war dann auch ein Traum und wir ärgerten uns ein wenig, dass wir nur eine Nacht bleiben durften. Am Abend fand dann das gemeinsame Abendessen statt und es wurde viel gelacht und erzählt und sich auf das kommende Event eingestimmt. Am Sonntag konnten wir noch das herrliche Frühstück genießen, bevor es dann auch schon zur Turnhalle ging, denn es standen heute zwei Rennen auf dem Plan. Vorlauf und Finale. In den ersten Minuten in der Halle sichtete ich schon den späteren Sieger, einen ca. 2,03m und 105kg schweren Mann und wunderte mich wer das sei. Nach dem Vorlauf wusste ich es dann und dort zeigte er auch schon, dass definitiv mit ihm zu rechnen war. Er prügelte die ersten Meter nach vorn und setzte sich deutlich an die Spitze. Ich wollte den Vorlauf eigentlich locker gestalten aber mit Abstand verlieren wollte ich auch nicht und so setzte ich kleine Spurts und arbeite mich wieder heran und im Ziel auf einen geteilten ersten Platz. Mit einer 6:06min hatten wir uns wohl beide nicht sonderlich verausgabt. Im Finale war ich gewarnt aber wirklich konkurrenzfähig war ich leider nicht. Auf den ersten 500m erspurtete sich der junge Schwimmer einen Vorsprung von 4 Sekunden und hielt diesen dann auch nahezu bis ins Ziel und das nicht, weil ich zu langsam angegangen war, sondern weil seine Zeit einfach stark war. Mit 5:50min siegte er vor mit 5:54 und Sebastian Ritter mit 6:02min. Ein aufstrebender Schwimmer gewann somit die Deutschen Ruderergometermeisterschaften und vor dieser Leistung kann ich nur den Hut ziehen. Es war sicherlich nicht meine beste Leistung und wenn ich gut drauf kann ich die Zeit ohne größere Probleme fahren aber es war an diesem Wochenende nicht mehr drin.

In den nächsten Wochen heißt es nun trainieren, trainieren, trainieren und das alles mit der nötigen Freude am Job...

Erstellt von Tim Grohmann am 31.01.2017 um 13:30 Uhr.